Angst vor Spannungspneu...!

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Natsu
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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Natsu » Samstag 23. September 2017, 10:57

Hallo Johannes,

ich geh nicht auf alles hier ein, das macht mir selbst zu viel Panik wieder...

Ich finde du solltest das wirklich mit Ärzten und Spezialisten besprechen, die dir da vielleicht auch Ängste nehmen können. Ich selbst hatte trotz VATS usw. nun schon mehrere (recht kleine) Pneus, und wurde bisher sehr gut beruhigt. Auch wenn ich keinen Pneu mehr haben will und regelmäßig deswegen irgendwie abdrehe... hab ich zumindest nichtmehr direkt Angst um mein Leben.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nach der VATS hält ist nunmal wirklich sehr sehr hoch und ich denke du solltest versuchen dich darauf zu konzentrieren. Wenn du wirklich wieder ernsthafte Probleme bekommst, kriegst du das schon mit...

Lässt du dich psychologisch betreuen..? Das hat mir zumindest ein wenig geholfen... Mit Panikattacken ist am Ende ja auch nicht zu spaßen...

Alles Liebe!
The saddest thing I've ever seen are smokers outside the hospital doors.

Sameroney
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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Freitag 29. September 2017, 21:57

Hallo zusammen,
ich versuche das ganze jetzt von der positiven Seite zu sehen.
Wenn man Dinge positiv sieht, tut das einfach gut...
Man hat ja zwei Lungenflügel, dass ist zum Beispiel eine Sache die man positiv sehen kann...
Hat man einen Herzinfarkt, kann das ganz schön doof sein, denn man hat nur eins.
Bei einem Lungenkollaps hat man ja immerhin noch einen funktionierenden Lungenflügel.
Ich habe sogar gelesen, dass bei Lungenkrebs oftmals ein ganzer Lungenflügel entfernt wird, d.h. es gibt Leute, die leben mit nur einem Lungenflügel. Und das scheint auch zugehen, zwar mit Einschränkungen, aber es geht.
Von daher darf ich vielleicht wirklich einfach mal ein bisschen entspannter damit umgehen, vielleicht schaff ich es.
Noch eine Frage an Eve: Wie häufig kommen denn Spannungspneu´s vor, gibt es da eine Statistik, in Prozent?
Und wenn kommen sie wahrscheinlich bei großen Pneu´s auch häufiger vor als bei kleinen, oder?
Eve, du hast sogar mal in einem Beitrag geschrieben, dass du mal eine Woche mit Pneu zuhause warst, oder?
LG,
Jo

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eve
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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Samstag 30. September 2017, 01:13

Soweit ich weiss, gibt es weniger Einschränkungen als man meinen würde nach der Entfernung eines Lungenflügels.

Spannungspneus sind selten, ausser in dem einen Fall, wo man bei einem bestehenden Pneu ohne Drainage eine Pleurodese macht. Meine Aerzte sagten mir damals, in so einem Fall sei ein Spannungspneu beinahe sicher. Es ging dabei darum, dass ich keine vorherige Drainage wollte, wenn ich 1 oder 2 Tage später sowieso eine Pleurodese gemacht bekomme. Da wir bez. Seltenheit sowieso schon beinahe einen Preis wert sind, wäre das wahrscheinlich wie der 6er im Lotto und das Haus dazu :)

Ich kenne keine Statistiken bez. Spannungspneus. Die einzigen Studien und Statistiken bei Pneus beruhen sowieso schon auf so wenigen Patienten (so zwischen 30-30 ist keine Seltenheit), dass sie kaum brauchbare Informationen enthalten. Auch hier im Forum gibt es kaum Leute, die Spannungspneus gehabt hatten. Ich hab ein bisschen rumgesucht, aber nur die Informationen gesehen, dass es keine Statstiken gibt.

Meine Aerzte sagten mir ziemlich klar, dass ein Spannungspneu unabhängig von der Pneugrösse passieren kann, was auch Sinn macht. Der Teil mit dem Loch drin fällt in jedem Fall zusammen und so wie das zu funktionieren scheint, kann ein Ventileffekt immer und jederzeit entstehen.

Ja, ich entliess mich auf eigene Verantwortung wieder aus dem Krankenhause, aber das ist NICHT zur Nachahmung empfohlen. Ich hatte in den 7 Jahren vorher ca 15 oder so Operationen gehabt und der Gedanke, jetzt nochmals und nochmals eine OP widerstrebte mir so, dass ich mich entschied, nach Hause zu gehen. Aber wie schon ein paarmal gesagt, bitte nicht nachmachen. Es ist vernünftiger, im Krankenhaus zu bleiben, wenn sie jemanden behalten wollen.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Sonntag 1. Oktober 2017, 22:40

15 Operationen?
Nur wegen Lunge oder auch anderen Geschichten ?
Lg

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Montag 2. Oktober 2017, 00:00

Ah nein, nicht nur wegen der Lungen; die hatten nur ein paar Drainagen und jede Seite eine Pneurodese :)
Dazu kamen dann noch Rücken-, Hüft- und andere Operationen. Ich glaub, wenn ich je vor einen dieser Ganzkörperscanner müsste, wären die Leute von all dem Metall richtig geblendet :)

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Montag 9. Oktober 2017, 13:03

Hallo Eve, ich habe noch mal eine Frage:
und zwar wie ist das denn mit dem Loch verkleben:
Nehmen wir mal an, man hat einen mittelgroßen Pneu, der von alleine heilen kann.
D.h. die Ärzte sagen, er kann von alleine heilen und der Körper braucht ca. zwei Wochen um die Luft aufzunehmen.
Ist es dann so, dass sich zuerst in den ersten ein bis drei Tagen das Loch verschließt und man dann sozusagen eigentlich gar kein Loch mehr hat und auch keine Gefahr mehr besteht, nur dass man halt eben dann noch die Luft im Pleuraraum hat, die dann über die nächsten Tage aufgenommen werden muss?
Oder ist es so, dass sich das Loch Stück für Stück verschließt und während dieses Stück für Stück Prozesses, gewinnt dann auch die Lunge wieder an Volumen?
Also, bei mir war das so, beim ersten Pneu, als ich noch gar nicht wusste dass es einer ist und dass es sowas gibt und dass sowas möglich ist, hatte ich dieses starke Blubbern. Aber dieses Blubbern war 1 - 2 Tag da und am dritten Tag vielleicht noch ein kleines bisschen und dann war es komplett weg.
Und als ich untersucht wurde von meiner Hausärztin, hatte ich eigentlich überhaupt gar keine Probleme mehr. Ich denke das das Loch da schon verklebt/geheilt war und eben nur noch die Luft dann da war, die abtransportiert werden musste vom Körper.
Wie siehst du das?
Lieben Gruß und danke für dein riesiges Engagement hier.
Johannes

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Montag 9. Oktober 2017, 20:26

Und noch eine Frage zu dem Spannungsding, das wurde mir nicht ganz klar:
Kann ein kleiner Pneu, bei dem die Lunge zu 80% entfaltet ist, sich zu einem Spannungspneu entwickeln, d.h. es bildet sich der spannungspneu und es bleibt die Lunge zu 80% entfaltet ?
Oder kann es nur so sein, das sie erst komplett einfaltet und sich dann der spannungspneu möglicherweise bilden kann?
Also kann ein kleiner pneu zu einem Spannungspneu werden und dabei ein kleiner Pneu bleiben?
Oder ist das nicht möglich, und sie muss erst komplett einfalten?
Kann man die Frage überhaupt stellen, oder ist das einfach zu theoretisch und es gibt dazu keine praktischen Informationen ?
Ganz Lieben Gruß,
Jo

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Dienstag 10. Oktober 2017, 10:35

:)
Ich kann auch nicht mehr als die anderen hier im Forum...Infos sammeln und daraus Schlüsse ziehen.

Ich verstehe, dass du all die Antworten haben möchtest, da ich etwas ähnlich bin. Allerdings besteht hier auch die Gefahr, dass man sich in das Thema reinsteigert, wo man doch eigentlich besser etwas Distanz aufbauen würde...

Hier ein interessanter Link, der die Anatomie des Atmens beschreibt Prezi

Ganz genau kenne ich den Mechanismus, der zum Verschluss des Lochs führt, auch nicht. Ich weiss auch nicht, ob sich das Lungenfell heilen kann oder ob die Verklebung ausreicht, um ein Loch schliessen zu können. Da müsste jemand mit mehr Anatomiekenntnissen, also evtl. ein Arzt (Pulmonologe), gefragt werden. Die Logik findet, wenn etwas keine Heilungskräfte hat, aber klebrig genug ist, um ein Loch verkleben zu können, ist das geschlossene Loch danach nur verklebt und nicht verheilt. Für meine Logik erklärt es auch, warum die Rückfallquote so extrem hoch ist; geklebtes hält nicht so gut wie zusammengewachsenes. Ein Spannungspneu kann jederzeit und bei jeder Pneugrösse passieren. Erst wenn ein Loch ganz geschlossen ist, ist ein Spannungspneu nicht mehr möglich.

Luft ist nicht statisch und wenn wir ein geschlossenes Loch haben, aber noch Luft im Brustkorb ist, wird sie die wahrscheinlich als Luftblase sammeln und je nach Haltung auch verschieben mit der Tendenz, sich nach oben zu bewegen (Luftblase in Wasser). Wenn man z.B. eine endoskopische Bauchoperation hatte, können im Nachhinein Schulterschmerzen durch de aufsteigende Luft ausgelöst werden. Ich nehme an, dass Luft im Brustkorb ähnlich oder gleich reagiert, nur dass sie anders eingeschlossen ist, also die Beschwerden an einem etwas anderen Ort sind.

Das Hirn ist ein lustiges Organ, gerade was Schmerzen, bzw. deren Ursprung angeht. Es kommt mit Schmerzen an Orten, wo wir keine Schmerzen haben sollten, nicht klar und "verschiebt" die dann einfach an einen Ort, wo Schmerzen akzeptabel sind. Darum werden z.B. Herzinfarktbeschwerden, speziell bei Männern, in Schulter bis rauf ins Gesicht und runter in den Arm wahrgenommen. Aehnliches passiert bei einem Pneu; die einen haben knistern oder blubbern, die anderen Schulterschmerzen, nochmals andere Atemprobleme.

Bei all dem, was ich hier geschrieben habe, ist viel "hätte", könnte", "würde" dabei. Ein Pulmologe kann da mit viel mehr Wissen erklären. Was du da allerdings auch lernst, ist, dass die Medizin eigentlich viel weniger weiss als uns lieb ist und viele Mechanism im Körper noch ziemlich ungeklärt sind.


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